September 6, 2011 0

Archiv Performativ. Ein Modell.

By in Gedanken, Projekte

Archiv Performativ: Ein Modell

archiv performativ: ein Modell: Ein Vermittlungs- und Ausstellungsprojekt von Performancekunst und ihren Artefakten im Ausstellungsraum Klingental, Kasernenstrasse 23, 4058 Basel / www.ausstellungsraum.ch
Ausstellung vom 14. August bis 11. September 2011
Der Ausstellungsraum dient rund zwanzig eingeladenen Künstler/innen, Kurator/innen, Forschenden, Dozierenden und ihren Student/innen aus dem In- und Ausland als Experimentierfeld, Forschungsstation und Aufenthaltsraum. Zentraler Aspekt dieser Anlage ist es, verschiedene methodische Zugänge und theoretische Ansätze im gegenseitigen Austausch der verschiedenen wissenschaftlichen und künstlerischen Felder zu erproben, zu diskutieren und in öffentlichen Veranstaltungen zu präsentieren – in gewisser Weise Forschung auch als performativen Vorgang zu betreiben. Dazu werden in einem Blog die laufenden Forschungsergebnisse, Themen und Diskussionen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Nein, es ist kein Archiv, es ist ja offen, ich darf einfach so hineingehen, es gibt keinen vorgeschalteten Tresen und keine Findmittelauslage. Als Schleuse dient hier keine Datenbank und kein Findbuch, sondern ein didaktisch durchdachter Ausstellungsbereich.
Nein, es ist wirklich kein Archiv. Zu viel Licht. Zu warm. Zu viele Leute hier. Ich darf selbst an die Regale, mir anschauen, anfassen, lesen, was immer ich möchte. Niemand beobachtet mich und niemand ermahnt mich, erst die weißen Archivhandschuhe anzuziehen, bevor ich die Kisten öffne. Ich darf ein Wasserglas mit an den Schreibtisch nehmen und ziehe damit weder die Missbilligung eines Archivars auf mich, noch wird mir Unprofessionalität im Umgang mit Archivmaterialien unterstellt. Überhaupt fühle ich mich hier nicht als Eindringling in heilige Hallen, sondern fühle mich willkommen und werde ermuntert, mich umzuschauen und Fragen zu stellen.
Archiv. Performativ: Ein Modell

Nein, es ist wirklich und wahrhaftig kein Archiv – da ist ja ein Bett! Eine Einladung zum Müßiggang im Archiv? Sakrileg! Und außerdem – Körperausdünstungen und feuchte Atemluft! Welcher Illusion bin ich denn aufgesessen, zu denken, ich würde hier in ein Archiv kommen, es ist ja eine Ausstellung. Und ein Arbeitsraum. Und ein Aufenthaltsraum. Aber kein Archiv.

Doch, es ist doch ein Archiv. Es finden sich auf vielerlei Medien dokumentierte Performances des Kaskadenkondensators aus den letzten zehn Jahren samt den entsprechenden Abspielapparaturen, es finden sich Materialien des Forschungsprojekts “Archiv Performativ”, es finden sich Materialien der Gäste und Forschenden des Modellarchivs. Alles schön übersichtlich, aufgestellt, einsortiert in Kästen und Regale. Eine Handbibliothek und ein paar Arbeitsplätze mit und ohne Computer ergänzen das Ganze, es ist doch ein Archiv. Kein Tageslicht, wer hier arbeitet, verliert sein Zeitgefühl. Also doch irgendwie vergraben.

Demnächst mehr zu meinen Erkenntnissen und Erfahrungen im Modellarchiv im Blog des Projekts.

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