April 11, 2012 0

Innovationspreis 2011 // Премия “Инновация” 2011ого года

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Nach dem Wirbel um den Innovationspreis für Vojna im letzten Jahr ging der Wettbewerb um den staatlichen “Innovationspreis” in diesem Jahr fast unbemerkt über die Bühne. Ein Großteil des Personals in Jury, Expertenkommission und wurde ausgetauscht und internationalisiert, in der Shortlist waren interessante Künstler und Projekte, aber keinerlei Überraschungen zu finden. Dieses Phänomen nennt sich wohl Rollback. Nachdem im letzten Jahr mit der Nominierung der Gruppe “Vojna” und ihrer Aktion “Chui v plenu u FSB” (“Dick captured by KGB”) ein medialer Wirbelsturm einsetzte, lebhaft nicht nur über die Nominierungen, sondern auch über Sinn und Ausrichtung des staatlichen Kunstpreises diskutiert wurde, einige Jurymitglieder den Weg zu ihren Entscheidungen öffentlich transparent machten und diskutierten, die Nominierten sich selbst mit der Situation konfrontiert sahen, Stellung beziehen zu müssen und sich Ekaterina Degot und Andrej Erofeev letztlich durchgesetzt und Vojna mit dem Preis ausgezeichnet hatten, so ging es in diesem Jahr im Namen der Professionalisierung um eine schmerzfreie und verdienstvolle “Abhandlung” der Preisverleihung. Ich möchte hier niemanden abwerten – die Shortlist war hochkarätig und speiste sie sich zu einem Großteil aus Projekten, die im Rahmen der letzten Moskauer Biennale im Herbst 2011 gezeigt wurden. Irgendwo in diesem Prozess ist aber leider das Element der Innovation, das dem Preis immerhin seinen Namen geliehen hat, unter die Räder geraten.

Die Ausstellung der Nominierten begann am 29. März, аm 03. April wurden die Preise in den verschiedenen Kateogien verliehen.
Der Hauptpreis ging an Aleksandr Brodskij, dessen Installation “Cisterna” im letzten Herbst im Rahmen der Moskauer Biennale zu sehen war. Alle Kommentatoren waren sich seltsam einig in ihrem Urteil, dass Brodskij den Preis “verdient” hätte. Auch ich halte die Installation für gelungen und “schön”. Aber – eine verräterisch pathetische Rhetorik – der Preis heißt eben nicht: “заслуга” (Verdienst), sondern “innovacija” – Innovation! Geht es wieder darum, die Leistungen von zeitgenössischen Künstlern nach dem Verdienst (an der Kunst? Am Volke? Am Staat?) zu prämieren, als nach tatsächlicher gesellschaftlicher Relevanz zu schauen? Ich kam nicht umhin, nach die staatliche Auszeichnung «Заслуженный артист/художник/архитектор Российской Федерации» (“Verdienter Künstler/Architekt der Russischen Föderation”) zu denken, die per Ukaz des Präsidenten vergeben wird. Ich will das nicht als Tendenz werten…

Weiterlesen:
http://www.ncca.ru/innovation/
программа Инноваций на сайте Государственного центра современного искусства

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